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PTA in der Forschung

pia sprach mit Ursula Friedrich (52), PTA an der Freien Universität Berlin.
Frau Friedrich forscht am Institut für Pharmazie in der Arbeitsgruppe Pharmazeutische Biologie. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der phytochemischen und pharmakologischen Untersuchung von Inhaltsstoffen pflanzlicher Drogen.



Warum haben Sie sich für den Beruf der PTA entschieden?
Da ich mich schon immer für Biologie und Chemie interessiert habe, wollte ich etwas mit Pflanzen machen. 1971 habe ich meine PTA-Ausbildung begonnen, einen Entschluss den ich nie bereut habe, da mir mein Beruf nach wie vor sehr viel Freude macht!




Welche Vorstellungen hatten Sie von diesem Beruf und wurden diese erfüllt?

Ja, das kann man sagen. Ich habe mir gewünscht, mit Pflanzen zu arbeiten und in diese Richtung zu forschen. Ich wollte gerne etwas Neues entdecken und entwickeln, was ich heute auch tue und ich fand das saubere und organisierte Arbeiten im Labor sehr reizvoll.



Was ist Ihr Tätigkeitsfeld an der Universität?
Begonnen habe ich in der Botanik, ich arbeitete in der Pflanzenzüchtung, danach in der Pflanzengenetik. Sukzessive hat sich mein Weg von der Biologie in Richtung Pharmazie entwickelt. Mein Aufgabenbereich am Institut für Pharmazie ist heute die pharmazeutische Biologie, hier habe ich hauptsächlich mit Arzneimittelstoffen zu tun.



Das klingt spannend, aber auch relativ komplex. Wie muss man sich Ihre Arbeit genau vorstellen?
Man muss sich das so vorstellen: Ich bekomme viele Arten von Pflanzen aus der ganzen Welt auf den Tisch, in der Fachsprache sagen wir dazu Drogen. Vor einiger Zeit habe ich Malariaforschung betrieben, dafür habe ich Pflanzen aus dem Urwald und aus Südamerika untersucht. In den letzten Jahren arbeiten wir am Institut mehr mit einheimischen Pflanzen, unser Spektrum ist jedoch ganz weit gefächert. Aus diesen Pflanzen stellen wir Extrakte her, die wir auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen. Das heißt, wir erforschen, welche arzneimittelwirksamen Stoffe in den Pflanzen vorhanden sind, für verschiedene Krankheitsbilder. Ich teste diese Stoffe dann an Zellkulturen, um festzustellen wie toxisch diese sind und welche Wirkung sie auf das Zellsystem haben- das ist sozusagen mein Fachgebiet. Daneben arbeite ich auch mit Studenten zusammen, die im 6. Semester ein Versuchspraktikum im Bereich Phytochemie absolvieren müssen.



Sie bilden also auch Studenten mit aus?
Ich betreue die Studenten und zeige Ihnen beispielsweise, woran man Wirkstoffgruppen erkennt. Ich leite Sie bei Versuchen an und helfe Ihnen, zum Beispiel eine Kamillenextraktion durchzuführen und die Stoffgruppen zu bestimmen.
An unserem Institut werden im Übrigen auch die Apotheker ausgebildet.



Das heißt, es ist wichtig, dass Sie immer auf dem neuesten Stand sind. Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden, gehen Sie zu Fortbildungen?
In der freien Wirtschaft gibt es hier sicher bessere Möglichkeiten, aber ich habe Fortbildungen im für mich wichtigen Sektor der Zellkulturentwicklung gemacht, da ich auch unsere Doktoranden zu dieser Thematik anleite. Das heißt ich erkläre ihnen die praktische Arbeit im Labor mit den Zellkulturen: wie gehe ich damit um, wie halte ich sie am Leben, welche Fälle gibt es und wie sollen sie optimalerweise aussehen.



Haben Sie auch die andere Seite kennen gelernt, haben Sie je in einer Apotheke gearbeitet und Medikamente am HV abgegeben?
Nein, diese Erfahrung fehlt mir, ich bin nach meiner Ausbildung direkt in die Forschung gegangen und dort hängen geblieben, da dies meine Berufung ist. Der klassische Weg ist sicherlich der durch die Apotheke. Doch die Ausbildung zur technischen Assistentin lässt viele Möglichkeiten offen, sich in die einzelnen Richtungen zu spezialisieren- Biologie, Pharmazie etc.



Was ist das Tolle an Ihrem Beruf?
Ich bekomme eine Versuchsaufgabe gestellt und kann sie ganz eigenständig betreuen- diese Art der Unabhängigkeit schätze ich sehr. Ich mache einen Versuchsaufbau und entscheide alleine was wann passiert, einzig die Neugier auf das Ergebnis treibt mich an. In vielen Labors ist die Arbeit sehr stark automatisiert, an der Universität gibt es diesen Zeitdruck nicht. Bei allem was ich tue habe ich freie Hand und bin sozusagen mein eigener Chef. Außerdem sehe ich das Ergebnis meiner Tätigkeit und bekomme sozusagen eine direkte Rückkopplung.



Frau Friedrich, wir danken Ihnen für das Gespräch.






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Viel Spaß wünscht Ihre pia-Redaktion

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