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PTA in der Industrie

pia sprach mit Claudia Müller, 31, PTA beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, am Standort Ingelheim. Frau Müller arbeitet in der galenischen Entwicklung und hier im Speziellen an der Entwicklung inhalativer Darreichungsformen, genannt Drug Delivery, für die Indikation Atemwegserkrankungen.



Wie sind Sie zu Boehringer Ingelheim gekommen?
Vor 9 Jahren las ich eine Stellenausschreibung in der DAZ für den Bereich Entwicklung von Selbstmedikations-Arzneimitteln bei Boehringer Ingelheim und meine Bewerbung war erfolgreich. Seither bin ich immer im selben Bereich, nämlich der Galenik, tätig gewesen, auch wenn sich die Namen im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen geändert haben. Meine Gruppe nennt sich Technische Evaluierung und gehört zum Bereich Drug Delivery. Neben unserem Bereich, indem inhalative Arzneiformen entwickelt werden, gibt es noch weitere Bereiche in der Sparte Entwicklung, unter anderem einen Bereich für feste Darreichungsformen (z.B. Tabletten).




Warum haben Sie sich für den Beruf der PTA entschieden und wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Seit ich denken kann hatte ich großes Interesse für Medizin und naturwissenschaftliche Fächer und wollte auch gerne etwas machen, was mit Gesundheit zu tun hat. Eine Kombination aus alledem ist der Beruf der PTA, so bin ich dazu gekommen. Während meiner Ausbildung erhielt ich erste Einblicke in die galenische Entwicklung, danach stand für mich fest: in diesem Bereich würde ich gerne arbeiten.
Ich denke, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. An meinem Beruf schätze ich insbesondere die unterschiedlichen Möglichkeiten die sich mir bieten, im Team zu arbeiten und mir die Arbeit selbst einteilen zu können. Ich führe Versuchsreihen für die Formulierungsentwicklung und entsprechende Analysen durch.



Was ist Ihr Aufgabenbereich bei Boehringer Ingelheim?
In meinem anfänglichen Wirkungsbereich, der Selbstmedikation, stand der Wirkstoff des Produkts im Vorfeld fest und ich kümmerte mich anschließend um die Zusammensetzung, also die Hilfsstoffe und den Herstellungsprozess, um die entsprechende Darreichungsform (z.B. einen Saft) zu erhalten. Für ein neues Produkt machte ich zunächst erste Versuche im Kleinen, also im Labormaßstab. Im späteren Entwicklungsstadium dann auch Versuche im Großen, genannt Scaling-up.

Jetzt bin ich im Allgemeinen zuständig für die Entwicklung an Arzneimitteln zur Inhalation, genannt Inhalativa, zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Unsere Gruppe nennt sich „Technische Evaluierung“. Wir schauen uns neue Herstellungsverfahren von Pulvern zur Inhalation an, sowie neue Pulverinhalatoren und deren Technologie und führen hierzu erste Evaluierungs-Versuche durch.
Beispielsweise untersuchen wir, wie viel vom Wirkstoff in der Lunge ankommt.
Durch eine künstliche Lunge, einen so genannten Kaskadenimapaktor, werden die Pulverpartikel nach ihrer Größenverteilung getrennt und anschließend analysiert.



Wie muss man sich Ihre Arbeit genau vorstellen?
In unserer Abteilung werden die neuen Arzneimittel entwickelt. Meine Haupttätigkeit findet grundsätzlich im Labor und auch in Zusammenarbeit mit anderen Laboren statt, wobei hierzu natürlich auch Dokumentation gehört, also Schreibarbeit sowie Organisatorisches.
Meine Aufgabe ist es, Versuche zu chemischen und physikalischen Eigenschaften von Pulvern zur Inhalation und Untersuchungen zum Verhalten der Pulver im Inhalator beim Inhalieren durchzuführen. Einige der Untersuchungen beziehen sich darauf, ob die Pulverformulierung über längere Zeit und auch bei erhöhter Temperatur und Feuchtigkeit stabil bleibt.



Sicher ist es wichtig, dass Sie immer auf dem neuesten Stand sind. Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden, gehen Sie zu Fortbildungen?
Es ist auch für mich wichtig immer auf dem neuesten Stand zu sein, meine Fortbildungen sind spezielle Veranstaltungen meinen Arbeitsbereich betreffend oder auch das Studium von Fachzeitschriften und der Besuch von Fachmessen. Ich finde es auch sehr interessant mitzubekommen, welche Entwicklungen es in anderen Bereichen gibt.



Haben Sie auch die andere Seite kennen gelernt, haben Sie je in einer Apotheke gearbeitet und Medikamente am HV abgegeben?
Ja, bevor ich zu Boehringer Ingelheim in die Entwicklung kam, war ich zwei Jahre in einer Apotheke beschäftigt. Die Arbeit dort fand ich auch sehr interessant, jedoch wollte ich mich nach dieser Zeit gerne beruflich verändern. Generell könnte ich es mir schon vorstellen wieder dort zu arbeiten, vor allem den Kundenkontakt habe ich sehr geschätzt, jedoch gibt es zur Zeit keinen Grund für einen Wechsel, ich bin sehr zufrieden mit meinem Job und schätze das eigenständige Arbeiten in meiner Abteilung.



Was ist das Tolle an Ihrem Beruf?
Ich freue mich an einem Medikament mitzuentwickeln, welches später zum Verkauf in der Apotheke steht und vielen Menschen Linderung verschafft.



Frau Müller, wir danken Ihnen, für diese Gespräch!






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