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pia sprach mit Petra Steinmeier, 47, als PTA tätig in der Krankenhaus Apotheke des Klinikum Lippe-Detmold in Lippe-Detmold.
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Warum haben Sie sich für den Beruf der PTA entschieden?
Ehrlich gesagt, wollte ich zunächst etwas ganz anderes werden, nämlich Pferdewirtin mit Schwerpunkt Reiten. Doch als ich die Schule beendete, war ich erst 15 und mein Vater hatte andere Vorstellungen meinen Beruf betreffend. Er schickte mich zu einem befreundeten Apotheker in die Lehre, wo ich zur Apothekenhelferin ausgebildet wurde, wie es damals hieß. Ich fand schnell gefallen an der Tätigkeit und entschied mich daher, nach zweijähriger Lehrzeit, zu einer Ausbildung an der PTA Schule.
Welche Vorstellungen hatten Sie von diesem Beruf und wurden diese erfüllt?
Mit 15 war ich recht unbedarft und daher hatte ich keine genauen Vorstellungen oder Erwartungen hinsichtlich des PTA-Berufs. Das Arbeitsklima in meiner Lehr-Apotheke war toll und ich gewann schnell einen Einblick, wie vielfältig der Beruf ist. Ich habe viel gelernt, nicht nur fachlich, sondern auch andere wichtige Dinge wie z.B. Durchsetzungsvermögen. Im Nachhinein bin ich sehr zufrieden mit meiner Berufswahl.
Welche Stationen gab es auf Ihrem beruflichen Weg?
Nach der PTA Schule musste ich nochmals ein halbjähriges Praktikum absolvieren, wovon ich ein viertel Jahr bereits im Urlaub abgeleistet hatte, den Rest dann nach der Prüfung. In derselben Apotheke war ich anschließend ein Jahr berufstätig. Dann las ich eine Stellenanzeige in der Zeitung, dass das Klinikum Lippe-Detmold eine PTA für seine Krankenhaus Apotheke sucht und da habe ich kurz entschlossen gewechselt.Bessere und geregelte Arbeitszeiten und 300 Mark mehr Verdienst waren damals sehr reizvoll. Der praktische Bezug ist größer und der öffentliche Dienst war früher auch sehr begehrt und erstrebenswert.
Was ist Ihr Aufgabenbereich bei in der Krankenhaus Apotheke?
Ich mache morgens eine Stationsausgabe und beliefere sämtliche Stationen des Hauses mit den Arzneimitteln aus unserem Programm. Wir bekommen die Anfragen aus den Stationen und in Absprache mit den Apothekern werden von uns an die Stationen Medikamente herausgegeben, die wir im Programm haben. Wir haben nicht alle Medikamente, die es in der öffentlichen Apotheke gibt. sondern tauschen bei der Ausgabe aus und verweisen auf Generika. Bei Unklarheiten sprechen wir dann persönlich mit dem Stationspersonal oder gehen auch mal hoch auf die Station.
Wie muss man sich Ihre Arbeit genau vorstellen?
Die Apotheke besteht aus zwei Lagern, die unterschiedlich geführt werden und ist unterteilt in Medikamentenausgabe und Einmalartikel. Hauptsächlich betreue ich die Arzneimittelausgabe, aber ich muss mich auch bei den Einmalartikeln, wie Kanülen u.a., auskennen.
Darüber hinaus gibt es eine große Produktpalette an Lösungen, Salben, Gelen etc. die wir selbst herstellen, auch um Kosten zu sparen. Im Bereich Herstellung bin ich immer mittwochs und häufig nachmittags tätig, wechsle aber dazwischen auch wieder in die Medikamentenausgabe, wenn ein Notfall versorgt werden muss. Früher war alles ganz strikt unterteilt, PTA haben nur pharmazeutische Arbeiten ausgeführt. Im Krankheitsfall muss ich mich auch mit dem SAP Computersystem auseinandersetzen und Bestellungen aufgeben, wir sind personell knapp besetzt und daher quasi alle Allrounder.
Sicher ist es wichtig, dass Sie immer auf dem neuesten Stand sind. Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden, gehen Sie zu Fortbildungen?
Für Dinge wie SAP und ähnliches gibt es einmalige Einführungen; mittels Spickzettel komme ich ganz gut zurecht, wenn ich ca. alle drei Monate Urlaubsvertretung machen muss. Ich besuche ein- zweimal im Jahr hausinterne Fortbildungen, in aller Regel drehen diese sich schwerpunktmäßig um den Bereich Galenik, ich suche mir immer aus, was für mich wichtig ist und was mich interessiert.
Was ist das Tolle an Ihrem Beruf?
Wenn bei allem Stress dann doch mal ein bisschen Zeit ist, können wir Neues entwickeln. So habe ich beispielsweise die Rezeptur „Steinmeiers entspannende Mixtur“ entwickelt, die seitdem in unserem Rezepturangebot ist.
Toll ist die Vielschichtigkeit, ich bin nicht auf einen Arbeitsplatz fixiert ich muss mich in allen Bereichen auskennen und habe freie Hand innerhalb meines Verantwortungsbereichs in dem ich flexibel agieren und selbständig arbeiten kann.
Frau Steinmeier, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


