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Fußball ist mein Leben!

17 Jahre erfolgreich als Spielerin und heute glühender Fan

Warum Fußball eigentlich ein Frauensport ist, sich immer mehr Fans in den Stadien tummeln und wie ihre Karriere einst begann- das und vieles mehr erzählt uns Fußballerin und PTA Beatrice Schneemann. 

Steckbrief:
Name Beatrice Schneemann
Alter: 39
Ausbildung: Apotheken-Facharbeiterin, PTA, Master Coach
Fußballerin seit: 1985

pia: Wie kamen Sie zum Fußball?
BS:  Ich war und bin ein Sport-Fan! Als Kind habe ich schon immer mit den Jungs Fußball gespielt. Mein Sportlehrer hat mich irgendwann angesprochen und gesagt: „die suchen noch welche für die Frauen-Fußballmannschaft“- das war der Beginn meiner Karriere. Zuvor war ich Leistungs-Schwimmerin und bin gegen ZDF-Moderatorin Christin Otto geschwommen. Doch wegen meiner Lehre zur Apotheken-Facharbeiterin musste ich mit dem Training aufhören: die Schule war in Mühlhausen und dort gab es keine Schwimmhalle. Und eine Woche ohne Schwimmtraining bedeutete, man ist weg vom Fenster.

pia: Sind Sie auch über Umwege PTA geworden?
BS: Ja, mein Traumberuf war Facharbeiter für Pferdezucht, oder aber Blumenbinder- doch hierfür reichte mein Abschluss nicht. Damals in der DDR blieb nur noch eine Bürotätigkeit oder eben Apotheken-Facharbeiterin (Vergleichbar mit PTA im Westen, Anm. der Red.) Da ich nicht hinter den Schreibtisch wollte, sondern einen Beruf bei dem ich „Auslauf“ habe, entschied ich mich für die Ausbildung in der Apotheke. Heute arbeite ich als Apotheken-Trainerin.

pia: Wo begann Ihre Fußball-Karriere?
BS: Profi-Fußball gab es ja in der DDR nicht, ich habe aber in der obersten Liga gespielt, bei Fortschritt Erfurt. Der Frauenfußball hatte im Osten einen hohen Stellenwert, die Presse berichtete immer über uns und wir haben häufig gegen Männer gespielt. Rot-Weiß Erfurt hat uns einmal eingeladen und dann standen wir Mädels gegen Prominente Fußballer auf dem Platz.

pia: Sie haben auch mit prominenten Fußballerinnen gespielt, richtig?
BS: Ich bin im Dezember 1989 in den Westen gekommen und habe im Januar 1990, im selben Jahr, in dem auch die Frauen-Bundesliga gegründet wurde, beim SV  Grün-Weiß Brauweiler gespielt. Wir waren recht gut und sind direkt in die Bundesliga aufgestiegen. Ich habe dort mit Tina Theune Meyer gespielt, die bis 2005 die Nationalmannschaft des DFB trainierte. Außerdem mit Bettina Wiegmann, die später in die USA ging und Silke Rottenberg, die bis 2008 im Tor der Frauen Nationalmannschaft stand.

pia: Hatten Sie ein Vorbild?
BS: Bettina Wiegmann fand ich toll, sie war wirklich eine Ausnahmespielerin und ein besonderer Mensch. Eher zurückhaltend aber sehr sympathisch.

pia: Warum haben Sie Ihre aktive Laufbahn 2002 beendet?
BS: In Brauweiler gab es viele Differenzen, in der letzten Saison haben 15 Spieler gekündigt, daher bin ich 2000 zu TUS Köln rechtsrheinisch gewechselt. Hier bekam ich einen Amateurvertrag und habe noch zwei Jahre gespielt. In meinem letzten Spiel 2002 stand ich als Stürmerin gegen Brauweiler auf dem Feld. Es war das Spiel meines Lebens, wir haben 1:0 gewonnen, obwohl wir eine Liga drunter waren.  Zwei Minuten vor Schluss konnte ich nicht mehr laufen. und das war das Ende. Man diagnostizierte Borreliose, ausgelöst durch einen Zeckenbiss, der bereits 20 Jahre zurück lag. Ich spiele seither zwar nicht mehr aktiv Fußball, laufe aber mittlerweile wieder Marathon.

pia: Gehen Sie jetzt als Zuschauer zum Fußball?
BS: Ja, dem Fußball bin ich treu geblieben. Ich bin 1. FC Köln Fan und ab und zu beim Spiel im Stadion.

pia: Warum ist Fußball ein Frauensport?
BS: Frauen spielen athletischer, sie foulen seltener, halten den Ball am laufen und wenn sie hinfallen stehen sie einfach auf und spielen weiter.

pia: Die Stadien sind voll, warum begeistern sich so viele für Fußball?
BS: Fußball ist ein Teamsport der alle verbindet. Hier in Köln gehört man direkt dazu wenn man die Mannschaft anfeuert. Alle liegen sich in den Armen, wenn ein Tor fällt, als würden sie sich schon ewig kennen.

pia: Wo schauen Sie die WM?
BS: In Neuss wird auf der Strasse ein großes Zelt aufgestellt, hier werden wir zusammen mit den Spielern mitfiebern.






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